Fragen über Fragen

„Herzschmerz“ sagt der Volksmund doch was ist damit gemeint?

Ist es wenn der Partner wegen der Liebe weint?

Oder wenn er sich zwischen mich stellt und meinen Feind?

 

Ist es das Gefühl, wenn der Atem ausbleibt?

Ein Schwarm Schmetterling in meinem Magen sein Unwesen treibt?

 

Wenn eigene Fehler mich des Schlafes berauben?

Der Partner trotzt Schicksalsschläge verliert nie den Glauben?

Wenn das Leben ohne dich zur Nichtigkeit reift?

Meine Seele verloren durch die Straße streift?

 

Wartest du bereits dort und hilfst ihr auf die Füße,

dafür liebe ich dich – mein Engel, meine Süße.

Bin ich gut, schlecht oder etwas dazwischen?

Der Geruch von Eisen hing in der Luft. Gepaart mit einer süßlichen Note Unschuld. Ich fühlte wie meine Mundwinkel nach oben wanderten. Freude kam in mir auf. Dieser Moment war so intensiv, dass ich am liebsten angefangen hätte zu weinen. Draußen wurde es bereits dunkel. Ein letzter Sonnenstrahl fiel in mein Zimmer. Ein üblicher Abend im September. In meinem üblichen Leben. Ich wendete mich ab, weil ich mitten in meinen Gedanken geblendet wurde. Es war ein überraschendes und unerwartetes Blenden. Da stand er.

Wie ist das möglich? Das gleiche Haar, die gleichen Züge. „Träume ich?“, flüsterte ich in mich hinein. „Was willst du von mir?“, fragte ich in einer Lautstärke, dass der Wind die Frage hätte übertönen können. Doch mein Hals fühlte sich an als hätte ich stundenlang aus Leibeskräften geschrien.

Etwas verzögert neigte er den Kopf zur Seite ohne Worte erklingen zu lassen. Ich wollte auf ihn zulaufen aber aus irgendeinem Grund schmerzte mein Bein. Ich war tot. Das war die einzig logische Erklärung. Wie sonst konnte ich selbst in kindlicher Form vor mir stehen mit einem fragenden Gesichtsausdruck. Mir schossen mehr Fragen durch den Kopf als es je Antworten geben werde. Mehr Fragen als sie ein Mensch in nur einem Leben alle beantwortet bekäme.

„Hast du noch Angst?“, wollte das Kind von mir wissen.Nüchtern hallte diese Frage in meinem Inneren und schien den Ort niemals verlassen zu wollen. Nie davor kam mir eine Frage so wissbegierig und zugleich beantwortet vor. „Nur, wenn ich allein bin und es dunkel wird“, rutschte der Satz scheinbar automatisch heraus.  „Hatten wir sie damals nicht besiegt?“ Als sie uns liebte wie es nie eine Mutter tun sollte. „Haben wir nicht gekämpft um ihr zu zeigen, dass sie uns nicht brechen – nicht zerstören kann?“ Als sie nachts immer und immer wieder ins Zimmer kam hatten wir uns doch geschworen stärker zu sein als sie.“ Wie ein Weckruf nach zu wenig Schlaf trafen mich diese Worte.

Meine Gedanken wurden klarer. Ich wusste woher die Freude in mir kam. Ich lebte. Ich war noch in der Lage zu fühlen. Als ich an mir hinuntersah, konnte ich sehen wie Blut über mein Bein tanzte während es der Schwerkraft erlegen war. Tränen verschleierten meine Sicht. Schmerz zog in mir auf. Ich fühlte!

Mein kleines Ich griff nach dem Messer in meiner Hand. „Mit Messern spielt man nicht“, sagte es in dem lehrenden Ton eines Erwachsenen. „Hätte dich die Klinge nicht geblendet, müsstest du auch nicht weinen“, klang er rügend. „Es ist doch dunkel“, entgegnete ich mit der sachlichen Naivität eines Elternteils. „Ja, aber morgen beginnt schon ein neuer Tag“, schmunzelte er.

Flirten, Beziehung und Selbstdarstellung im Internet – „hot or not“ ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange

Die Meisten von uns haben bereits Werbebotschaften wie „…Finde den richtigen Partner…“ oder „Alle X Minuten verliebt sich ein Single…“ irgendwo im Netz gelesen oder sogar im TV gehört. Ich möchte bereits an dieser Stelle sagen, dass dies mit Sicherheit keine leeren Versprechungen sind, sondern unter Umständen lediglich aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden sollten.

Warum?

Hier ein Beispiel:

Als kleiner Junge war ich in der Grundschule unsterblich in eine Klassenkameradin verliebt. Dieser „Verlieben-Prozess“ dauerte nicht mal 10 Minuten. Natürlich habe ich ihr bis zum Ende der Grundschulzeit nie gesagt, dass ich (komischerweise) von ihrer nasalen und leicht rauchigen Art zu sprechen ganz angetan war. Etwas später hatte es mir sogar die Prominenz angetan. Ich hatte nur Augen für Alyssa Milano. Ebenfalls in weniger als 10 Minuten verschossen. Bis heute weiß sie natürlich nichts davon :D.

Das soll lediglich verdeutlichen, dass das Verlieben nicht immer auf beiden Seiten geschieht. Dennoch soll der Wissenschaftler Dr. Arthur Arons in einem Experiment einen Lösungsansatz geliefert haben womit sich zwei Menschen durch 36 gezielt strukturierte Fragen näherkommen und anschließend durch ein 4-Minütiger Augenkontakt diese Nähe gesteigert werden soll und der Funke überspringt.

In zahlreichen Tests kam es nicht immer zu dem berühmten Funken aber zumindest sagte die Mehrheit, dass dadurch eine sehr gute Freundschaft entstehen kann. Selbst bei Paaren die eigentlich nicht in deren klassisches „Beuteschema“ passten.

Dies ist für das Kennenlernen eines Menschen ein positives Ergebnis. Die Ernüchterung folgt allerdings durch die allgemein bekannte Digitalisierung. Immer mehr Paare und Freundschaften entstehen im Internet. Dies ist nicht grundsätzlich schlecht aber birgt unter Umständen die Gefahr des verzerrten Kennenlernens einer Person.

Der Grund hierzu ist ganz klar. Die virtuelle Umgebung gibt die Möglichkeit Profilangaben schön darzustellen. In der Praxis legen die User nur selten ihre Schwächen offen. Natürlich ist es bei einem wirklichen Date ähnlich da man sich nur von der besten Seite zeigen möchte. Der Unterschied liegt aber darin, dass mein Gegenüber anhand meines Tonfalls, der Körpersprache und dem Blickkontakt besser erkennen kann ob ich wirklich so bin oder nur eine Rolle spiele. Dies geschieht zwar häufig unterbewusst aber dennoch fehlt dieser Aspekt im Internet gänzlich.

An dieser möchte ich die Aspekte des Blickkontaktes aus der Studie und das Kennenlernen in der Virtuellen Welt durch eine persönliche Erfahrung verdeutlichen.

Ich war damals auf einer Plattform angemeldet und bin auf ein Profil gestoßen das lediglich das Auge dieser Frau in Schwarz-Weiß darstellte. Die Profilangaben waren nicht sonderlich auffällig. Dennoch habe ich ihr geschrieben um in das Gespräch zu kommen. Der Dialog war facettenreich und deckte fast jedes Thema ab. Von Beruf über Freizeit, Essensgewohnheiten, Familie usw. Dies ging eine relativ lange Zeit so weiter. Irgendwann verabredete man sich zu einem Kaffee. Interessanterweise wurden auch Themen mit unterschiedlichen Ansichten ruhig und ausgewogen besprochen.

Ich habe mir hier häufig Gedanken gemacht weshalb es im Allgemeinen bewusster und harmonischer war als man es üblicherweise kennt. Mittler bin ich davon überzeugt, dass es daran lag, dass das Profil selbst nicht zu viel Zeigte und man somit wirklich die Person kennen lernen durfte. Man wurde nicht durch aufwändig bearbeite Bilder manipuliert.

Genau hier sehe ich die Reibungspunkte in der Digitalisierung innerhalb von Beziehungen während des Kennenlernens. Viele bekannte Applikationen (Apps) und Partnerportale arbeiten mit sogenannten „Match-Games“. Hierbei wird lediglich ein Bild des Users gezeigt und man entscheidet darüber ob man die Person interessant / attraktiv oder uninteressant / unattraktiv findet. Natürlich spielt der visuelle Punkt zu Beginn die größte Rolle. Dennoch glaube ich, dass viele User eine Person beispielsweise positiv wahrnehmen aber dann davon abgeneigt sind, dass diese Person z. B. blaue Haare hat, ausgetragene Freizeitschuhe trägt usw.

Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass man Abneigungen ignorieren oder gegen seine Prinzipien handeln sollte. Sich bewusst zu sein, dass man unter Umständen eine Person ablehnt, die mehr zu bieten hat als das Profil zeigt ist schon mehr als der Durchschnitt.

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass im Internet die Erwartungen völlig falsch definiert werden. Wenn ich beispielsweise als Ziel setze den Partner fürs Leben zu finden, riskiere ich im schlimmsten Fall, dass ich mich bei Misserfolg schlecht fühle. Gehe ich hingegen davon aus, dass ich mich einfach austauschen möchte oder besser gesagt einfach etwas quatschen möchte, wird sich viel häufiger ein Gesprächspartner finden. Im Idealfall wird auch mehr daraus, wenn es beide möchten. Doch für eine nette Bekanntschaft oder ein interessantes Gespräch stehen hierbei die Chancen deutlich besser.

Wichtiger als „hot or not“ sollte sein „interesting or entertaining“.

Euch allen weiterhin viel Spaß beim Chatten

Gedanken an dich

Wir hatten uns vor einem Jahr erst kennen gelernt, doch dann hat dich jemand aus meinem Leben entfernt.

Wir konnten uns nicht richtig kennen lernen,
abends blicke ich auf und suche dich in den Sternen.
Der Fremde hat sich bei mir entschuldigt,
es half alles nichts du kommst nie mehr zurück.

Ich fühle mich schuldig für den Tod an dir,
denn du musstest sterben auf dem Weg zu mir.
Romantisches Essen hatten wir uns gedacht.
Sinnliche Momente in der Nacht.

Im nächsten Leben klappt dies bestimmt.
Das Glück mit uns und unserem Kind.
Bis dahin zwei Wörter nicht schön von Klang,
die uns verbinden ein Leben lang.

Du trägst den Tod und ich das Leid,
wir sehn uns mein Engel in der Ewigkeit.